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Wunder-Zutat Olivenöl: Hat der Klassiker auch Nachteile?

4 Minuten Lesezeit
Olivenöl

Olivenöl – und zwar das Öl der höchsten Qualität – gilt als eine der hochwertigsten Zutaten der Mittelmeerküche. Das Öl enthält insbesondere ungesättigte Fettsäuren und Phenole und wird daher als ausgesprochen gesund gepriesen. Nicht nur in der Küche, auch für kosmetische Zwecke kommt Olivenöl zum Einsatz. Aber hat der Konsum wirklich nur Vorteile, oder hat Olivenöl auch nachteilige oder sogar schädliche Auswirkungen?

Das Wichtigste zusammengefasst 

  • Olivenöl-Herstellung: Aufwendiger Prozess, bei dem aus reifen Oliven durch Kaltpressung extra natives Olivenöl („Olio extra vergine“) gewonnen wird. Erhitzte Olivenpaste liefert natives Öl von geringerer Qualität.
  • Vorzüge von Olivenöl: Enthält ungesättigte Fettsäuren und Phenole, wirkt entzündungshemmend, senkt den Cholesterinspiegel, kann das Risiko für Krebserkrankungen und schädliche Magenbakterien reduzieren.
  • Nachteile von Olivenöl:
    • Kostspielig: Hochwertiges Olivenöl ist teurer als herkömmliche Speiseöle.
    • Panscherei: Minderwertiges Öl wird oft als hochwertiges Produkt verkauft.
    • Nicht für hohe Temperaturen: Nicht geeignet für das Fritieren oder scharfe Anbraten.
    • Kalorienreich: Hoher Konsum kann zu Gewichtszunahme führen.
    • Mögliche Schädigung der Blutgefäße: Bei sehr hohem Konsum könnten Bestandteile des Öls die Zellen der Blutgefäßwände schädigen.
    • Nicht für jeden Hauttyp: Als Kosmetik nicht für fettigen Teint oder bestimmte Hauterkrankungen geeignet.
  • Lagerung und Verbrauch: Hochwertiges Olivenöl sollte frisch sein, dunkel gelagert und nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Länger als einige Monate sollte es nicht gelagert werden, da es sonst an Qualität verliert.

Was ist Olivenöl – und wie wird es hergestellt?

Die Olive wird gern als eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt eingestuft. Die Frucht des Olivenbaums ist rund um das Mittelmeer beheimatet. Die Bäume gedeihen auf kargen Böden, bedürfen allerdings einer gewissen Sonneneinstrahlung, damit die Oliven zu voller Reife gelangen. Die Früchte können halbreif, also grün, geerntet werden oder bis zur Reife am Baum verbleiben, dann färben sie sich glänzend schwarz. Neben dem Anbau für den Verzehr werden die Oliven seit Jahrtausenden für die Gewinnung von Öl genutzt.

Olivenöl zu extrahieren ist recht aufwendig. Die reifen Früchte werden auf ausgebreitete Netze geschüttelt und anschließend von Blättern und Zweigen getrennt. Dann geht es zur Ölmühle. Hier werden die Oliven entsteint und zu einem Brei gequetscht. Dieser Brei, unter Druck ausgepresst, liefert Öl. Eine besonders hohe Qualität resultiert allerdings nur dann, wenn die Olivenpaste nicht erhitzt wird. Das Ergebnis ist kalt gepresstes Öl der Stufe „Olio extra vergine“, also extra natives Olivenöl – eine Bezeichnung, die gesetzlich geschützt ist. Wird die Olivenpaste erhitzt, kommt immerhin noch natives Öl zustande, das jedoch einen höheren Anteil an Fettsäuren enthält und von deutlich geringerer Qualität ist.

Die Vorzüge von Olivenöl

Wer wie rund um das Mittelmeer Speisen überwiegend mit hochwertigem „extra vergine“ Olivenöl zubereitet, profitiert mehrfach. Die Zusammensetzung des Öls

  • wirkt entzündungshemmend
  • senkt den Cholesterinspiegel
  • soll das Risiko für Krebserkrankungen senken
  • reduziert schädliche Magenbakterien

So weit, so gut. Ist es also ratsam, so viel Olivenöl wie möglich zu sich zu nehmen? Oder gibt es „Risiken und Nebenwirkungen“?

Vorzüge von Olivenöl

Vorzüge von Olivenöl

Nachteile von Olivenöl: Die dunklen Seiten der Superfrucht

Tatsächlich hat Olivenöl durchaus seine negativen Seiten, die Fans des „grünen Goldes“ kennen sollten. Die wichtigsten davon werden deshalb hier aufgeführt.

  • Olivenöl ist kostspielig: Für eine Flasche der besten Qualität dürfen Gourmets deutlich tiefer in die Tasche greifen als für gewöhnliches Speiseöl aus Sonnenblumenkernen oder Maiskeimen.
  • Olivenöl wird in hohem Maß gepanscht: Die hohe Nachfrage nach dem erstklassigen Öl hat dazu geführt, dass schon seit Jahren minderwertiges Öl mit geringen Mengen von extra vergine Öl verschnitten und dann als Qualitätsprodukt auf den Markt gebracht wird. Wer noch nie eine Öl-Degustation mitgemacht hat, ist kaum in der Lage, den Unterschied zu bemerken!
  • Olivenöl ist nicht für das Kochen mit hohen Temperaturen geeignet: Wer gern frittiert und brät, sollte auf das schimmernde Öl vom Mittelmeer verzichten – denn bei höheren Temperaturen verraucht Olivenöl sehr schnell. Für das scharfe Anbraten von Fleisch ist es weniger geeignet, dafür jedoch für die Zubereitung von Fisch und Meeresfrüchten oder Salaten.
  • Olivenöl ist in großen Mengen genossen nicht gesund: Wer zu viel auch des besten Öls zu sich nimmt, darf sich über Gewichtszunahmen nicht wundern. Immerhin sind Öle kalorienreiche Lebensmittel.
  • Olivenöl kann nach neuesten Studien die Blutgefäße schädigen: Auch dies gilt jedoch für den Verzehr in großen Mengen. Untersuchungen ergaben, dass die Bestandteile des Öls bei starkem Konsum die Zellen in den Wänden der Blutgefäße schädigen und so letztlich der Arteriosklerose Vorschub leisten.
  • Olivenöl als Kosmetik ist nicht für jeden Hauttyp geeignet: Das Öl wird gern pur oder in kosmetischen Produkten für die Haut- und Haarpflege verwendet. Es eignet sich jedoch nicht für fettigen Teint oder bei bestimmten Erkrankungen der Haut.

Die reine Freude und pur zu trinken ist also auch das sehr hochwertige Öl von den Küsten des Mittelmeeres nicht. In Maßen genossen ist und bleibt das Olivenöl der höchsten Qualitätsstufe von zuverlässigen Lieferanten jedoch eine Delikatesse, die als ausgesprochen bekömmlich gilt.

Wie bei allen Speisen und Getränken gilt auch hier, dass die Dosis das Gift macht – im Fall von Olivenöl muss es schon eine besonders hohe Dosierung sein.

Gesunde Zutat Olivenöl: Richtig lagern und rasch verbrauchen

Damit hochwertiges Olivenöl die Erwartungen hinsichtlich Geschmack und Bekömmlichkeit erfüllt, sollte es möglichst frisch sein – also direkt nach der Herstellung abgefüllt und verkauft. Länger als einige Monate hält sich das Produkt nicht, es büßt seine leuchtende Farbe und die leichte Schärfe ein und beginnt, bitter zu schmecken. Die fachgerechte Lagerung sieht die Aufbewahrung in einem dunklen Raum oder einem dunklen Gefäß vor, immer gut verschlossen und nicht im Kühlschrank. Wer also einige Regeln bei der Aufbewahrung und beim Konsum beachtet, kann die wenigen Nachteile von Olivenöl mühelos umgehen und profitiert von den vielen Vorzügen des Öls, über die zahlreiche Forscher oder Ghostwriter Österreich bereits Facharbeiten und wissenschaftliche Studien oder Ernährungsratgeber veröffentlicht haben.

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